Patientenverfügung: warum ist sie

notwendig?

•  Treffen kann es jeden: Durch schwere Krankheit,   
    einen  Unfall oder nur durch zunehmendes Alter tritt 
    eine  Situation ein, in der der Mensch nicht mehr 
    selbst bestimmt entscheiden kann. Wer auf der 
    Intensivstation liegt und nur noch von Apparaten am 
    Leben gehalten wird, kann sich nicht mehr selbst 
    äußern.

•   Mit einer Patientenverfügung teilen Sie Ärzten mit, 
    welche medizinischen Behandlungen Sie im Notfall 
    wünschen.

•  Dennoch: 84%(!) aller Deutschen haben bisher noch    
    keine  Patientenverfügung. (Quelle: DKV impulse, 
    Ausgabe  03/09, Seite 24)

•   Die in der Patientenverfügung enthaltenen Inhalte 
     sind  für den behandelnden Arzt verbindlich.

•   Die gesetzliche Grundlage hat der Bundestag nach 
     sechsjähriger Debatte im Juni 2009 beschlossen.

•  Jetzt gibt klare Regelungen, wie die Patienten-
     verfügung verfasst werden muss.


Patientenverfügung: was beinhaltet sie?

•   Die Patientenverfügung ist zweigliedrig aufgebaut
•   Im ersten Teil wird der Zeitpunkt bestimmt, wann der 
     geäußerte Wille maßgebend sein soll, z. B.:
•   im Endstadium einer tödlich verlaufenden Krankheit oder
•   beim Verlust der Fähigkeit, selbst Entscheidungen zu    
    treffen (z.B. „Wachkoma“) oder
•   bei schweren irreversiblen Schäden, aufgrund derer der 
    Patient nicht mehr in der Lage ist, ein menschenwürdiges 
    Leben zu leben oder
•  bei Erforderlichkeit dauerhafter Hilfestellung aufgrund 
    einer Demenzerkrankung
•  Im zweiten Teil wird angeordnet, was im „Fall der Fälle“
   von den Ärzten zu tun oder zu unterlassen ist, z. B.:

•  ob alles medizinisch Mögliche für ein langes Leben getan 

   werden soll („Gerätemedizin“),

•  oder ob lebenserhaltende Maßnahmen unterlassen 

   werden sollen,

•  ob Schmerzmittel auch dann gegeben werden sollen,

   wenn sie sich lebensverkürzend auswirken,

•  ob eine Ernährung durch Magensonden erfolgen soll,

•  und ob Wiederbelebungsversuche durchgeführt

   werden sollen.

Einige Tipps :

•  Eine Patientenverfügung sollte den Willen des Verfassers

   möglichst eindeutig zum Ausdruck bringen.

•  Eine notarielle Beglaubigung ist nicht nötig.

•  Die Patientenverfügung muss unterschrieben sein.

•  Sie sollte regelmäßig aktualisiert werden.

•  Sie kann im Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer

   hinterlegt werden. ( kostet etwa 15 €, aber kann bei 

   Verlust, bei Streitigkeiten hilfreich sein, auch das Vor-

   mundchaftsgericht greift auf diese Daten zu )

•  Lassen sich die Konsequenzen der persönlichen Wünsche

   nicht klar beurteilen, sollte man sich von einem Arzt 

   beraten lassen.

Wichtiger Hinweis :

• Wie erfährt der Notarzt oder das Krankenhauspersonal,

dass ich eine Patientenverfügung verfasst habe?

Unser Tipp: Ein kleiner Hinweis in der Geldbörse reicht

aus, um darauf aufmerksam zu machen. Sie sollte gleich hinter dem

---> NOTFALLPASS

stecken !

Vorsorgevollmacht: warum ist sie
notwendig?

• In der Vorsorgevollmacht bevollmächtigt man zusätzlich

  Vertrauenspersonen, Entscheidungen für einen zu treffen.

• WICHTIG: Nur derjenige, der eine Vorsorgevollmacht

  verfasst hat, kann zweifelsfrei die Person seines

  Vertrauens bestimmen, die im „Fall der Fälle“ die dann

  anstehenden Entscheidungen im festgelegten Sinn

  treffen darf.

• Ein Beispiel:
Die Verlegung einer pflegebedürftigen Mutter in ein Heim ist
nicht ohne weiteres möglich, wenn diese nicht mehr
geschäftsfähig ist (z. B. wegen Demenz) und die Tochter
keine Vollmacht besitzt, den Heimvertrag zu unterschreiben.
In diesem Fall würde ein durch das Vormundschaftsgericht
bestellter Betreuer (z. B. ein Anwalt) über die Unterbringung entscheiden!

Vorsorgevollmacht: was beinhaltet sie?

• Die Vorsorgevollmacht besteht aus 2 Bausteinen:

• Baustein 1 ist die „Vorsorgevollmacht für persönliche

  Belange“, also für den Körper:

• Die Einwilligung in eine ärztliche Behandlung

• Die Ablehnung der angeordneten ärztlichen Versorgung mit 

  Nahrungsmitteln über eine Magensonde

• Die Unterbringung in eine geschlossene Heilanstalt

• Im Außenverhältnis (gegenüber Dritten wie Bank, Arzt

  etc.), muss der Bevollmächtigte nachweisen, dass der

  Vollmachtgeber nicht mehr in der Lage ist, selber

  Entscheidungen zu treffen (Missbrauchsverhinderung).

• Im Innenverhältnis wird festgelegt, dass der 

  Bevollmächtigte erst für den Vollmachtgeber handeln darf,

  wenn der „Fall der Fälle“ eingetreten ist.

• Baustein 2 ist die „Vorsorgevollmacht für das Vermögen“ – 

  auch über den Tod hinaus:

• Abschluss und Kündigung jeglicher Verträge, auch Miet-, 

   Pflege- und Heimverträge

•  Bankgeschäfte

•  Bezahlung von Rechnungen

•  Korrespondenz in Renten- und Krankenversicherungs-

   angelegenheiten

•  Betreibung von gerichtlichen Verfahren

•  Der Vollmachtgeber legt fest, auf welche Bereiche sich

   die Vorsorgevollmacht für das Vermögen erstrecken soll


Vorsorgevollmacht: einige Tipps

• Die Vorsorgevollmacht muss auf jeden Fall schriftlich

  erfolgen. Darüber hinaus kann sogar eine notarielle

  Beurkundung erforderlich sein (Erwerb und Veräußerung

  von Grundstücken oder zur Vornahme von Bank-  

  geschäften).

• Wenn man eine Vollmacht verfasst hat, geht es darum, 

  sie sicher aufzubewahren und dafür zu sorgen, dass sie im

  Ernstfall vorliegt.

• Ratsam ist die Hinterlegung der Kerndaten im Vorsorge- 

  register der Bundesnotarkammer

  www.vorsorgeregister.de

  ( gebührenpflichtig nach Aufwand: bei Internet-

  Meldungen durch Privatpersonen ca. 20,00 €)

• Man sollte die Vorsorgevollmacht nur einer Person erteilen,

  der man wirklich vertraut! Die Vollmachtserklärung sollte

  die bevollmächtigte Person ebenfalls unterschreiben.

• Die Unterschriften müssen nicht jährlich bestätigt werden.


 

Übrigens macht es Sinn, dass sich der Vorsorgevollmacht-inhaber im Bedarfsfall (z.B. bei Geschäftsunfähigkeit ) sofort an das Vormundschaftsgericht wendet und sich als Betreuer

amtlich einsetzen lässt...


 

Wenn Sie die gesetzlich vorgeschriebenen Vordrucke und Material dazu benötigen, fordern Sie es einfach hier an :

( Sende pdf-Datei, wenn in Papierform, bitte Adresse angeben.)


 

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